
Ich dachte immer, wir Menschen sind unverbesserliche Egoisten und haben nur uns selbst im Kopf. Den ganzen Tag verbringen wir mit uns und unseren Gedanken, die sich um unser Wohl und unsere Zukunft drehen. Wenn wir anderen helfen, tun wir es nur für unseren eigenen Ruhm.
Es gibt aber Momente, in denen ich bemerke, dass dies nicht stimmt. Wenn sich andere an meine Worte erinnern, an die ich mich partout nicht erinnern kann. Bei denen ich sogar schwören könnte, sie nie ausgesprochen zu haben. Oder von denen ich denke, dass ich sie nur gedacht, aber nie gesagt habe. Ich habe sie aber gesagt und, schlimmer, der andere erinnert sich ihrer besser als ich!
Menschen, die wir, wenn nicht für sehr gute Freunde (dazu war zu wenig Zeit), dann doch für gute Kameraden hielten, melden sich nicht mehr, oder antworten nicht. Und andere, die wir innerlich abgeschrieben haben, weil sie sonstwelchen Kriterien nicht entsprachen, sind einfach da. Doch unserer selektiven Erinnerung entspricht eine selektive Wahrnehmung. Wir hängen uns an die Undankbaren und machen den Personen, denen wir wichtig sind, den Zutritt zu unserem jardin secret so schwer wie möglich.
Wir sind Opfer und Täter zugleich.
K.






