Donnerstag, August 23, 2007

Individualistische Uhren

Letztens musste ich den Zug nach Nancy um 6:38 Uhr nehmen. Ich stand also früh auf, ging pünktlich um 6:25 Uhr aus dem Haus und kam mir so schön organisiert vor. Am Bahnhof angekommen sehe ich die die Zeiger der Bahnhofsuhr auf 6:35 stehen. Ich renne schon, bevor ich mir Gedanken machen kann, ob ich wirklich so getrödelt habe, in ein Zeitloch gefallen bin oder ob die Uhr falsch geht. Ich halte ersteres für die wahrscheinlichste Lösung und sprinte die Rolltreppe hoch.

Im Rennen fällt mein Blick auf eine zweite Uhr über meinem Kopf. 6:28 Uhr. Das wäre zu schön, um wahr zu sein, aber die Uhr geht sicher falsch!

Keine zwanzig Meter fällt mein fiebriger Blick auf eine Dritte Uhr: 6:30 Uhr. Ich blicke nach rechts auf den Gleis. Dort ist es 6:33 Uhr. Mir bleiben fünf ruhige Minuten, um das Ticket zu stempeln und einzusteigen, aber mich auch über die Situation nicht wenig zu wundern. Vier Uhren im selben Bahnhof zeigen vier verschiedene Uhrzeiten an, und das in einer Situation, in der es um Leben oder Tod geht (oder zumindest um das Erreichen und Verpassen von Zügen). Nochmal Glück gehabt. Individualismus bei Uhren ist wirklich kontraproduktiv.
K.

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