Samstag, September 23, 2006

So etwas schon gesehen?

So etwas gibt es nur hier. Jegliche rechtlich-behördlichen Schritte zur Eindämmung des Alkoholkonsums am Steuer verliefen bis zum heutigen Tage restlos im Sand.

Supermarkt's next generation

Zwar habe ich immer noch keine Antwort darauf gefunden, warum alle Franzosen, groß und klein, die gleiche Handschrift haben. Doch wer hat schon außerhalb davon gehört? Von den französischen „Hypermarchés“ hört man schon eher. Dieses Geschäftskonzept bedarf aber für den unverschuldet in solch Einkaufskomplex geratenen Ausländer vielleicht einer kleinen Erklärung. Dabei ist die Sache ganz einfach: Man nehme einfach den Fabrikhallenlook eines Aldi (für den „marché“), dazu das Sortiment eines Hertie, multipliziere mit, sagen wir fünf (für das „hyper“), platziere alles unweit einer Hauptverkehrsader, und garniere mit einigen tausend Parkplätzen drumherum, damit es hübscher aussieht.

Also ich glaube, hier finden das alle toll.

Praktisch ist natürlich, dass man in Hypermarchés alles kaufen kann. Nachteil ist, dass man es erst einmal finden muss. Hypermarchés sind nämlich genetisch bedingt einfach-viel- zu- groß!

Und dann heißst, „alles“ natürlich auch zum Beispiel: Bücher. Oder: DVDs. Das führt dann, zu dem für das deutsche Auge noch ungewöhnlichen Bild von an Bücherregalen vorbeigeschobenen Einkaufswagen, in die der Konsument dann die neue kommentierte Goetheanthologie gleich zu seiner Gänsepastete in das extra tiefe Gefährt legen kann.

Sonntag, September 17, 2006

Leben weg.

Letztes Wochenende war ich auf dem Land. Ich ging alleine wandern. Es herrschte wunderbar müllerlustiges Wetter. Doch- schon an der ersten Kreuzung wusste ich nicht, ob ich nach links oder rechts gehen sollte, denn schließlich kannte ich die Gegend nicht. Ich entschied mich bald für links. Es stellte sich heraus, dass es von beiden Wegen der falschere war, denn ich drehte nur einen großen Kreis und kam nach zwanzig Minuten wieder am Anfangspunkt an. Gut, diesmal nahm ich den anderen Weg. Ich wanderte eine Weile, immer mit der inneren Anspannung, ja nicht die Orientierung zu verlieren. Viele Male war ich nah daran, umzukehren.
Schließlich kam ich an eine steile Wand aus Fels, Erde und Baumwurzeln. Aber jetzt kehre ich doch um, oder? Ich kletterte weiter. Der Weg war mühsam und schmutzig, doch ich krakselte munter weiter.Ich hatte Glück, denn es war der richtige Weg gewesen. Da vorne war die Herberge.

Anmerkung: Jegliche allegorische Ähnlichkeiten mit dem, oft esoterisch angehaucht, genannten „Lebensweg“ sind, da ziemlich anstrengend, wie ihr der Autorin dieser Zeilen verdammt noch mal glauben könnt, vollkommen unbeabsichtigter Natur und sollten den Leser lebhaft dazu ermutigen, getrost und völlig unmetaphorisch in den Tag hinein zu leben. Beziehungsweise in den Tag hinein zu wandern….