Sonntag, September 17, 2006

Leben weg.

Letztes Wochenende war ich auf dem Land. Ich ging alleine wandern. Es herrschte wunderbar müllerlustiges Wetter. Doch- schon an der ersten Kreuzung wusste ich nicht, ob ich nach links oder rechts gehen sollte, denn schließlich kannte ich die Gegend nicht. Ich entschied mich bald für links. Es stellte sich heraus, dass es von beiden Wegen der falschere war, denn ich drehte nur einen großen Kreis und kam nach zwanzig Minuten wieder am Anfangspunkt an. Gut, diesmal nahm ich den anderen Weg. Ich wanderte eine Weile, immer mit der inneren Anspannung, ja nicht die Orientierung zu verlieren. Viele Male war ich nah daran, umzukehren.
Schließlich kam ich an eine steile Wand aus Fels, Erde und Baumwurzeln. Aber jetzt kehre ich doch um, oder? Ich kletterte weiter. Der Weg war mühsam und schmutzig, doch ich krakselte munter weiter.Ich hatte Glück, denn es war der richtige Weg gewesen. Da vorne war die Herberge.

Anmerkung: Jegliche allegorische Ähnlichkeiten mit dem, oft esoterisch angehaucht, genannten „Lebensweg“ sind, da ziemlich anstrengend, wie ihr der Autorin dieser Zeilen verdammt noch mal glauben könnt, vollkommen unbeabsichtigter Natur und sollten den Leser lebhaft dazu ermutigen, getrost und völlig unmetaphorisch in den Tag hinein zu leben. Beziehungsweise in den Tag hinein zu wandern….

Keine Kommentare: