Hätte ich noch einen Beweis dafür gebraucht, dass wir uns hier in (ein grauenvolles Schauern später), in XXX in der tiefsten Provinz befinden, die von ignoranten Neandertalern in unbeheizten Höhlen bewohnt wird, heute habe ich ihn bekommen. Dies ist die Geschichte von ..., die auszog, um sich eine simple Zeitung zu kaufen.
Es sollte aber nicht irgendeine Zeitung sein, auch nicht die ZEITUNG (wie bei Böll), oder vielleicht die BILD, nein, ich hätte heute so gerne eine Ausgabe der "Süddeutschen" in der Hand gehalten, habe ich mich doch endlich rechtzeitig daran erinnert, dass besagte Zeitung jeden Montag mit einer Sonderausgabe der "New York Times" oder eines ähnlichen, auf jeden Fall englischsprachigen Blattes bestückt ist. Ich scheute keine Mühe und bin zur Total-Tankstelle gefahren (diese neben dem nach Frittierfett stinkenden Schnellimbissrestaurant) in XXX. Dort gab es zwar die FAZ, besagte Bild und unser Provinzblatt, aber eben nicht die Süddeutsche. Bestimmt war die wegen übermäßig großer Nachfrage schon längst vergriffen??
Danach war ich in zwei weiteren Einkaufsmärkten, wo sie Zeitschriften verkaufen, nirgendwo die besagte Zeitung. Ich frage mich- gehört das so? Bei der Süddeutschen handelt es sich nicht etwa um irgendeinen Fachschrott, sagen wir mal eine Zeitschrift für Guppy-Züchter, die nur von irgendwelchen eingefleischten Freaks gekauft wird. Nein, sie ist doch eigentlich eine recht bekannte und, ja, auch intellektuell fordernde Zeitung. DAS führte in G. in R. bei F. in H. wohl zu ihrem Aussterben...
Eigentlich ist es nichts Weltbewegendes, aber: man stelle sich vor. Hier bei uns gibt es also nur stinköde Provinzreportagen, schreierische Großformate und erzkonservative Kapitalistenlektüre. Gut, es gibt natürlich überall den Fokus und den Stern und den Spiegel und so, was akzeptables Lesefutter sein könnte. Aber ich wette, dass die nur wegen ihrer tollen buntigen Umschlägen und den vielen lustigen Bildern drinnen in den Regalen stehen...
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